Struma

Struma

Ist die unterhalb des Kehlkopfes gelegene Schilddrüse über ein gewisses Maß hinausgehend vergrößert, spricht man von einer Struma, umgangssprachlich auch als Kropf bezeichnet.

Ursachen und Symptome von Struma

Die Entstehung einer Struma kann verschiedene Ursachen haben. Als häufigste Ursache ist Jodmangel zu nennen. Jod wird von der Schilddrüse benötigt, um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu bilden. Wird Jod nicht in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen, kann es zu einer sogenannten Jodmangel-Struma kommen. Bei der Jodmangel-Struma ist die Funktion der Schilddrüse gewöhnlich nicht verändert.

Auch eine Schilddrüsenentzündung kann zur Bildung einer Struma führen. Die Schilddrüsenentzündung wird oft von einer Schilddrüsenüberfunktion begleitet, beispielsweise beim Krankheitsbild der basedowschen Krankheit (Morbus Basedow), die durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst wird.

Schilddrüsenkrebs kann ebenfalls die Bildung einer Struma nach sich ziehen, ist aber vergleichsweise selten. Häufiger kommt es zur Bildung gutartiger Knoten. Eine knotige Vergrößerung der Schilddrüse wird als Struma nodosa bezeichnet. Bei beiden Formen werden kalte Knoten und heiße Knoten unterschieden. Kalte Knoten sind keine Hormonproduzenten. Sie beeinträchtigen die Funktion der Schilddrüse daher nicht. Heiße Knoten hingegen produzieren selbstständig Hormone, die zusätzlich zu den Schilddrüsenhormonen an das Blut abgegeben werden. Ist dies der Fall, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Eine Struma geht mit Engegefühl im betreffenden Halsbereich, Schluckbeschwerden, Atemnot oder Heiserkeit einher. Liegt eine Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse vor, können noch weitere Symptome dazukommen. 

So wird die Schilddrüsenüberfunktion unter anderem von Nervosität, Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Hitzewallungen, feucht-warmer Haut, erhöhtem Puls, übermäßigem Durst, Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Haarausfall und Störungen des weiblichen Zyklus begleitet. 

Die Schilddrüsenunterfunktion hingegen zeigt sich beispielsweise durch Müdigkeit, Erschöpfung, verlangsamten Herz- und Pulsschlag, schlechte Leberwerte, eine trägere Verdauung und eine erhöhte Kälteempfindlichkeit. Auch verlangsamter Haarwuchs sowie Haarausfall, brüchige Fingernägel und Wassereinlagerungen deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin.

Je nach Ausprägung der Struma unterscheidet man drei verschiedene Grade. Grad 0 ist nur im Ultraschall feststellbar. Grad I ist tastbar, aber nicht sichtbar vergrößert und Grad II ist tastbar und sichtbar.

Struma behandeln und vorbeugen

Die Behandlung einer Struma ist abhängig von ihrer Ursache. Liegt eine Jodmangel-Struma ohne Funktionsbeeinträchtigung der Schilddrüse vor, so wird der Arzt Ihnen eine Jodid-Therapie mit Jodtabletten verordnen. Führt diese Maßnahme nicht zum Erfolg, kann der Arzt Ihnen zusätzlich Schilddrüsenhormone verschreiben.

Wichtig bei der Durchführung einer medikamentösen Struma-Therapie ist vor allem, dass Sie Ihre Schilddrüsenwerte und die Schilddrüsengröße regelmäßig mittels Blutuntersuchung und Ultraschalluntersuchung kontrollieren lassen.

Liegt eine sehr große oder knotige Schilddrüsenvergrößerung vor, kann ein operativer Eingriff erforderlich werden. Gleiches gilt beim Verdacht auf Schilddrüsenkrebs. Bei der operativen Struma-Behandlung wird die Schilddrüse abhängig vom Befund in Teilen oder komplett entfernt.

Nach einer Komplett-Entfernung der Schilddrüse müssen Betroffene die nun nicht mehr selbst produzierten Schilddrüsenhormone lebenslang in Tablettenform zuführen. Alternativ zum operativen Eingriff kann bei Schilddrüsenkrebs auch eine Bestrahlung (Radiotherapie) erfolgen.

Sie können der Jodmangel-Struma vorbeugen, indem Sie auf eine jodreiche Ernährung achten. Seefisch und zahlreiche Meeresfrüchte sind reich an Jod und weiteren lebenswichtigen Spurenelementen. Zudem können Sie jodiertes Speisesalz verwenden. Jodmangel kann auch durch die Einnahme jodhaltiger Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Diese sollten Sie allerdings nur in Absprache mit Ihrem Hausarzt einnehmen.

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