Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

PMS beschreibt alle stärkeren Beschwerden, die eine Frau vor der Regelblutung hat. Geschätzt leiden etwa 75 Prozent aller Frauen jeden Monat darunter.

Jede Frau kennt bestimmt das Gefühl kurz bevor ihre Periode einsetzt. Es zwickt und zwackt im Unterleib, man möchte schon morgens zum Frühstück Schokolade essen und es kommt vor, dass man von sich selbst genervt ist und weiß gar nicht warum. Mit diesen leichteren Beeinträchtigungen, kommen Frauen üblicherweise gut zurecht und sie werden auch nicht als Krankheit gezählt.

Der Begriff Prämenstruelles Syndrom wird im allgemeinen Sprachgebrauch mit „PMS“ abgekürzt und beschreibt alle stärkeren Beschwerden, sowohl körperlich als auch psychisch, die eine Frau einige Tage (4 bis 10 Tage) vor der Regelblutung hat. Und es sind nicht wenige weibliche Patienten, die jeden Monat darunter leiden – man schätzt, dass 75 Prozent aller Frauen betroffen sind.

Ursachen von PMS

Warum eine Frau unter PMS leidet und die andere nicht, ist bisher ungeklärt. Man vermutet ein Ungleichgewicht der weiblichen Hormone, die für den Zyklus zuständig sind (Östrogen und Progesteron). Andere hormonelle Schwankungen, wie beispielsweise die Schilddrüsenhormone, die auch für Schwangerschaft und Fruchtbarkeit wichtig sind, können auch eine Rolle spielen. Weitere Faktoren, die ein prämenstruelles Syndrom verstärken können sind psychische Belastungen, wie Stress, Überforderung im Arbeitsalltag oder zwischenmenschliche Probleme.

Auch Körpergewicht und Alter beeinflussen die Beschwerden. Junge, schlanke Frauen leiden statistisch weniger unter PMS. Daraus resultiert auch die Annahme, dass falsche Ernährung und ein ungesunder Lebensstil (Rauchen, Alkohol, wenig Bewegung) die Symptome negativ verstärken können.

Symptome bei PMS

Die Symptome vor der Periode sind sehr vielseitig und können sich ganz unterschiedlich in ihrer Ausprägung äußern – aber sie hören mit dem Einsetzen der Menstruation sofort auf. 

Typische Symptome sind beispielsweise starke Stimmungsschwanken, die über verstärkte Reizbarkeit bis hin zur ständigen Weinerlichkeit gehen kann. Akne, Heißhungerattacken, Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Unterleibsschmerzen, Blähungen, Brustspannungen bis hin zu Schmerzen in der Brust bei bloßer Berührung können die Betroffene quälen. Auch eine Gewichtszunahme von mehreren hundert Gramm bis hin zu zwei Kilo durch Wassereinlagerungen im Gewebe kommen direkt vor der Menstruation häufig vor. Auch Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme können auftreten.

Diagnose des Prämenstruellen Syndroms

Die Diagnose PMS stellt der Gynäkologie anhand gezielter Fragen nach Art, Ort und Auftreten der körperlichen und auch seelischen Beschwerden. Natürlich müssen andere Ursachen für die Symptome ausgeschlossen werden, wie beispielsweise eine Endometriose.

Ob die weiblichen Hormone richtig arbeiten und zusammenspielen, kann durch einen Hormontest geprüft werden.

Vielen Frauen ist gar nicht bewusst, dass Sie unter PMS leiden, da es für sie fast selbstverständlich ist, vor der Periode beeinträchtigt zu sein. Das muss aber nicht sein, ein gesunder Frauenkörper sollte kaum Beschwerden im Zyklus zeigen.

Therapie bei PMS

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden.

Leichtere Beeinträchtigung können durch gezieltes Entspannungstraining positiv beeinflusst werden. Auch pflanzliche Mittel, wie der Frauenmantel oder Mönchspfeffer können helfen, die Schmerzen vor der Periodenblutung abzumildern. Sind die Schmerzen allerdings zu stark und belastend, werden vom Arzt Schmerzmittel verschrieben.

Oft rät der Gynäkologe auch zu einem Verhütungsmittel (Antibabypille), da die künstlichen Hormone PMS mildern können. Sollten die psychischen Beschwerden im Vordergrund stehen und das Leben und den Alltag stark beeinträchtigen, kann der Arzt individuell abgestimmt Antidepressiva verschreiben.

Ein schwacher Trost für alle Betroffenen ist, dass mit Eintritt der Wechseljahre auch die Beschwerden ausbleiben.

Was Sie selbst tun können

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und vermeiden Sie Alkohol und Koffein. Verzichten Sie wenn möglich auf das Rauchen und treiben Sie regelmäßig Sport. Auch ein schöner ausgedehnter Spaziergang ist gut für Leib und Seele. Vielen Betroffenen hilft Wärme. Legen Sie sich abends mit einer Wärmflasche auf die Couch oder gönnen Sie sich ein entspannendes Vollbad.

Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium, B-Vitaminen und Vitamin D kann sich positiv auf PMS auswirken. Lassen Sie sich am Besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

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