… Lauer-Taxe bzw. AVP?

Der „Apothekenverkaufspreis“ (AVP) ist keine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP)!

Der sogenannte „Apothekenverkaufspreis“ für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel kann der vom ABDATA – Pharma-Daten-Service herausgegebenen sogenannten „Lauer-Taxe“ entnommen werden, die teilweise auch als „ABDA-Artikelstamm“ oder „Große Deutsche Spezialitätentaxe“ bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um eine Datenbank-Software, in der die Daten sämtlicher Fertigarzneimittel (Fertigarzneimittel sind Arzneimittel, die im Voraus hergestellt und in einer zur Abgabe an den Verbraucher bestimmten Packung in den Verkehr gebracht werden) und apothekenüblicher Waren, die in Deutschland für den Handel zugelassen und bei der Informationsstelle für Arzneimittelspezialitäten gemeldet sind, abgerufen werden können. Erfasst sind dort beispielsweise die Artikelbezeichnung, Größe der Packungen, Darreichungsform, die Pharmazentralnummer und Preise. Der ABDATA – Pharma-Daten-Service gehört zu einer Tochtergesellschaft der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Der AVP für Fertigarzneimittel in der Lauer-Taxe hat folgenden rechtlichen und abwicklungstechnischen Hintergrund: Die pharmazeutischen Unternehmer sind nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) dazu verpflichtet, für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, die ausnahmsweise (z.B. bei Kindern) zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben werden, zum Zwecke der Abrechnung der Apotheken mit den gesetzlichen Krankenkassen bei den für den Arzneimittelmarkt maßgeblichen Meldestellen einen einheitlichen Abgabepreis anzugeben – den Apothekenverkaufspreis. Dieser ist aber nicht identisch mit dem tatsächlich zwischen den Apotheken und den Krankenkassen abgerechneten Betrag. Abrechnungsgrundlage ist vielmehr die Summe, die sich aus der Addition des Abgabepreises des Herstellers und bestimmter in der Arzneimittelpreisverordnung festgelegter Großhandels- und Apothekenzuschläge ergibt, unter Berücksichtigung weiterer preisbildender Faktoren, z.B. gesetzlichen Rabattregelungen (§ 130a SGB V). Bei anderen Waren des apothekenüblichen Sortiments, die keine Arzneimittel sind, nennt die Lauer-Taxe die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers, wenn dieser eine solche abgegeben hat.

Auch wenn der in der Lauer-Taxe angegebene AVP ausschließlich der Abrechnung der Apotheken mit den gesetzlichen Krankenkassen dienen soll, haben verschieden Untersuchungen, z.B. der Verbraucherzentrale NRW, gezeigt, dass der überwiegende Teil der untersuchten öffentlichen Apotheken auch nach dem Wegfall der Preisbindung für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel im Jahr 2004 die neue Preisgestaltungsfreiheit nicht nutzt, sondern vom Verbraucher die Preise fordert, die auch für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen gültig sind.

Wenn es also in unseren Angeboten heißt: „– xy %“, wird damit die Differenz zu dem noch immer von vielen Apotheken geforderten Betrag angezeigt, der für das jeweilige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel in der Lauer-Taxe als AVP ausgewiesen ist.

Siehe auch: Zuzahlung.

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