Mundschutz – Schutz vor Viren und Co

Mundschutz – Schutz vor Viren und Co

Von Bayern im Süden über Thüringen bis nach Berlin und Hamburg im Norden – in ganz Deutschland gilt ab Ende April eine Maskenpflicht. Zumindest im öffentlichen Nahverkehr und in einigen Bundesländern auch in Geschäften. Jena hatte als erste deutsche Stadt im Rahmen der Corona-Krise Anfang April 2020 eine Verordnung erlassen, die das Tragen von Schutzmasken zur Pflicht macht. Seit Mitte April wurde auch von der Bundesregierung dringend empfohlen, im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel Masken zu tragen. Als Online Apotheke möchten wir Sie über einen nachhaltigen Infektionsschutz und die Sinnhaftigkeit eines Mundschutzes aufklären sowie die Unterschiede zwischen den verschiedenen Filterklassen aufzeigen. In unserem Ratgeber zum Thema Mundschutz behandeln wir folgende Aspekte:

Inhaltsverzeichnis:
  1. Wie funktioniert ein Mundschutz?
  2. Unterschied Mundschutz und Atemschutz FFP2 bzw. FFP3
  3. Mundschutz für Kinder
  4. Mundschutz richtig tragen
  5. Mundschutz nähen – So geht es
  6. Mundschutz in der Apotheke kaufen

Wie funktioniert ein Mundschutz?

Ein Mundschutz, auch Mund-Nasen-Schutz genannt, soll die Anzahl der Krankheitserreger, die über Tröpfchen übertragen werden können, reduzieren. In der Regel besteht er aus Papier oder mehreren Vliesschichten, die mittels Binde- oder Gummibändern am Hinterkopf befestigt werden. Alternativ wird die Gesichtsmaske hinter den Ohren fixiert. Ein kleiner, flexibler Metallbügel sorgt für einen besseren Halt der Maske und drückt sie auf den Nasenrücken. Dieser Bügel sorgt dafür, dass die Maske nicht verrutschen kann, und das Sichtfeld frei bleibt.

Das Tragen einer solchen Maske erhöht nicht den eigenen Schutz, es reduziert jedoch die Ansteckungsgefahr für die Menschen im eigenen Umfeld – sollte man selbst infiziert sein.

Beim Niesen oder Husten werden Abertausende, kleine Tröpfchen ausgestoßen, die ab einem Meter weit fliegen könnten. Ist ein Patient tatsächlich infiziert, stößt er beim Niesen oder Husten nicht so viele Erreger aus, wenn er eine Maske trägt. Daher sind Masken eine sinnvolle Ergänzung der Hygienemaßnahmen – u. a. häufiges Händewaschen und Verzicht auf das Händeschütteln. Ein Mundschutz verhindert ebenfalls, dass man sich häufig ins Gesicht fasst – was täglich mehrmals unbewusst passiert. Das kann vor einer Infektion insofern schützen, wenn man zuvor mit den Händen mit dem Virus in Kontakt gekommen ist. Weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz finden Sie in unserem Ratgeber zum Coronavirus.

Unterschied Mundschutz und Atemschutz FFP2 bzw. FFP3

Eine Atemschutzmaske ist robuster als ein Mundschutz und besteht aus Stoff oder Papier. Im Gegensatz zum Mundschutz liegen FFP Atemschutzmasken an den Wangen enger an und werden auch als partikelfiltrierende Halbmasken bezeichnet. Sie bieten dem Träger besseren Schutz vor dem Coronavirus. FFP Atemschutzmasken werden auf Basis Ihrer Filterwirksamkeit unterteilt (filtering face piece) und die folgenden Filterklassen gibt es:

KlasseBeschreibung
FFP1
  • Schutz vor ungiftigen Stäuben und Luftverschmutzungen
  • Anwendung bei max. 4-facher Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes1
  • Für Arbeitsumgebungen ohne giftige Stäube und Aerosole2 geeignet
  • z. B. Bauwesen oder in der Nahrungsmittelindustrie
FFP2
  • Schutz gegen feste und flüssige (auf Wasser- oder Ölbasis) gesundheitsschädliche Stäube, Rauch und Aerosole
  • Anwendung bei max. 10-facher Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes
  • wehrt Pollen ab
FFP3
  • Schutz gegen giftige und gesundheitsschädliche Stäube, Rauch und Aerosolen
  • Anwendung bei max. 30-facher Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes
  • wehrt Pollen, Krankheitserreger wie Bakterien & Viren, Pilzsporen und krebserregende Stoffe ab

1) Arbeitsplatzgrenzwert: Konzentration schädlicher Stoffe am Arbeitsplatz
2) Aerosolpartikel in der Luft sind im Gegensatz zu Gasmolekülen, feste oder flüssige Teilchen. Ihre Grösse reicht von einem Nanometer bis zu mehreren Mikrometern.

Bei Masken mit der Kennzeichnung FFP2 und FFP3 handelt es sich um europaweit gültige Normen. Außereuropäische Länder teilen die Masken in andere Klassen ein.

  • Die europäische Filterklasse FFP2 entspricht der chinesischen Klassifizierungen KN95 und KP95 bzw. die US-amerikanischen N95, R95 und P95.
  • Die europäische Filterklasse FFP3 entspricht der chinesischen Klassifizierungen KN100 und KP100 bzw. die US-amerikanischen N100, R100 und P100.

Die Anforderungen für die jeweiligen Klasse können sich geringfügig voneinander unterscheiden. Die Prüftests, denen diese Masken unterzogen werden, sind zwar nicht identisch, ähneln einander jedoch. Die Atemschutzmasken haben in etwa eine Filterwirksamkeit von 94 bis 95 Prozent oder mehr.

Mundschutz für Kinder

Um Kinder zum Tragen eines Mundschutzes zu bewegen, ist es hilfreich, wenn die Maske bunte Farben, tolle Muster oder Tiere zeigt. Mit ein bisschen Geschick können Sie eine Behelfsmaske aus Stoff für Ihr Kind mit passenden Motiven selbst nähen. Eine Anleitung dazu finden Sie in diesem Artikel weiter unten. So ausgestattet, fällt es Ihrem Kind möglicherweise leichter, den Schutz zu tragen.

Mundschutz richtig tragen

In der aktuellen Debatte um das Tragen eines Mundschutzes tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf: Wie trägt man den Mundschutz richtig? Und wie oft soll man diesen wechseln? Im Folgenden klären wir Sie über diese Fragestellungen auf und beschreiben, was dafür und dagegen spricht, einen Mundschutz zu tragen.

Wie muss ein Mundschutz sitzen?

Um seine Schutzwirkung zu erfüllen, sollte der Mundschutz Ihren Mund und Nase vollständig bedecken. Rasieren Sie gegebenenfalls Ihren Bart ab. Nur dann ist ein guter Sitz möglich. Wir raten dazu, die Haare zusammenzubinden, sodass keine Haarsträhnen den Sitz der Maske stören.

Wie oft muss man einen Mundschutz wechseln?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt davon ab, wie viel Sie sprechen und wie schnell die Maske feucht wird. Sie sollten den Mundschutz regelmäßig wechseln, um eine gewisse Schutzfunktion aufrecht zu erhalten. Im Bedarfsfall sollten Sie Ihre Gesichtsmaske zwei bis dreimal pro Tag wechseln. Verzichten Sie auf diese Maßnahme, wird Ihre Maske keine Schutzfunktion mehr erfüllen. Achten Sie daher darauf, die Masken rechtzeitig zu wechseln, um eine Ansteckung weniger wahrscheinlich zu machen.

Mundschutz gibt es als Einweg-Maske und als mehrfachverwendbare Gesichtsmasken. Zuletzt genannte Schutzmasken müssen nach Gebrauch gereinigt werden, um die Tröpfchen weiterhin zurückhalten zu können. Damit sie mehrfach verwendbar sind, muss der Stoff kochfest sein. Außerdem ist ein mehrfach verwendbarer Schutz ökologischer als die Einweg-Schutzmasken.

Mundschutz wieder verwenden

Viele gesicherte Erkenntnisse zum Coronavirus gibt es bisher nicht. Bekannt ist, dass man das Virus mit Hitze abtöten kann. Deswegen bietet es sich praktisch an, dass Sie Ihren Mundschutz – gekauft oder selbst genäht – wieder verwenden. Denn bestimmte Stoffe kann man, wenn sie einmal durchfeuchtet waren, in den erhitzten Backofen legen. 60-70 Grad reichen aus und die Viren sterben ab. Diese Temperaturen halten viele Zellulose-Stoffe problemlos aus. Ihren Mundschutz können Sie aber auch waschen – je nachdem aus welchem Material er ist. Hierfür verwenden Sie am besten den Kochwaschgang ab 60° Ihrer Waschmaschine.

Wenn Sie beide von uns vorgestellten Methoden miteinander kombinieren, können Sie sicherstellen genügend saubere Mundschutze zu haben, wenn Sie rausgehen.

Schwieriger stellt sich die Wiederverwendung von professionellen FFP-Masken dar. Wegen des eingebauten Filters sind sie schwieriger zu reinigen – aber es geht: Legen Sie dafür die verwendete Maske mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit jeweils 50 Milliliter lauwarmem Leitungswasser in eine Mikrowelle. Bei 750 Watt wird die Flüssigkeit für 2 Minuten erhitzt. Der aufsteigende Wasserdampf reinigt die Maske und erhält den Filterschutz. So könne Sie sie wiederverwenden.

Was noch wichtig ist: Enthält Ihr Mundschutz oder Ihre Atemschutzmaske Metallteile, dürfen sie nicht in der Mikrowelle erhitzt werden. Das Metall kann zu Funkenschlag führen und einen Brand verursachen.

Mundschutz tragen – ja oder nein?

Was bringt es, einen Mundschutz zu tragen? Die Diskussion um dieses Thema hat in den Medien mit der bundesweiten Maskenpflicht Ende April 2020 nochmal an Fahrt aufgenommen. Jena hatte als erste Stadt Anfang des Monats das Tragen eines Mundschutzes zur Pflicht erklärt. Auch die Bundesregierung empfiehlt dies und alle Bundesländer haben nun entsprechende Verordnungen – mit einigen Unterschieden – erlassen, die Ende April in Kraft treten. Zum Beispiel ist in Berlin das Tragen von Masken aktuell nur im Öffentlichen Personennahverkehr Pflicht, wohingegen in Bayern und anderen Bundesländern die Masken auch in Geschäften getragen werden müssen. Wir beleuchten die Positionen, die sich für das beziehungsweise gegen das Tragen eines Mundschutzes aussprechen.

Was spricht für einen Mundschutz?

Es gibt die Gruppe (von Virologen), die das Tragen eines Mundschutzes für sinnvoll hält. Die Wissenschaftler argumentieren, dass sich auf diese Weise die Ausbreitung des Virus verlangsamt und die Bevölkerung besser vor den Coronaviren geschützt werden kann.

Denn bei einigen Infizierten kommt es gar nicht zum Ausbruch der Krankheit. Die Personen können aber trotzdem die Erreger weitergeben. In solchen Fällen kann das Tragen eines Mundschutzes also sinnvoll sein. Das Tragen einer Maske ist vor allem aber dann effektiv, wenn der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern zusätzlich eingehalten wird.

Wenn also alle Menschen im öffentlichen Raum einen Mundschutz tragen, ließe sich die Verbreitung des Virus eindämmen beziehungsweise verlangsamen, argumentieren die Wissenschaftler weiter. Auf diese Weise könne eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden werden. Diese Überlastung würde entstehen, wenn zu viele Menschen in einen bestimmten Zeitraum schwer an Covid 19 erkranken und die Anzahl der Betten auf den Intensivstationen nicht mehr ausreicht.

Ein Mundschutz verhindert zwar nicht eine Ansteckung, aber er reduziert das Risiko, das Virus selbst zu verbreiten, und senkt die Ansteckungskurve. Daher, so die Wissenschaftler, sei auch ein selbst genähter Mundschutz besser als gar kein Mundschutz.

Welche Maske in welchem Umfang wen schützt, zeigt die folgende Tabelle.

MaskentypSchützt den Träger?Schützt das Umfeld?Von medizinischen Personal benötigt?
Mund-Nasen-Schutzneinjaja
FFP2 / FFP3 Maske ohne Ventiljajaja
FFP2 / FFP3 Maske mit Ventiljaneinja
Selbstgebastelte Maske aus Baumwolleetwas*janicht für med. Intensivbetreuung
Schal / Halstuchetwasetwasnein

*) etwas = große Tröpfchen werden abgefangen

Was spricht gegen einen Mundschutz?

Kritiker warnen, dass ein Mundschutz die Menschen in trügerischer Sicherheit wähnen kann. Die Träger könnten zu weniger Vorsicht neigen, die Hygienemaßnahmen vernachlässigen und den Mindestabstand nicht mehr einhalten und sich häufiger im Freien bewegen, als sie unbedingt müssten. Daher, so argumentieren sie, sollte auf einen Mundschutz verzichtet und auf die Einhaltung der allgemeinen Verhaltensregeln verstärkt hingewiesen werden.

Mundschutz nähen – So geht es

Da vielerorts die Mundschutzmasken vergriffen sind, kommt schnell die Idee auf, selbst solche Masken herzustellen, um die Gefahr der Ansteckung mit Viren zu senken. Dazu eignen sich verschiedene Methoden. Hier finden Sie eine tolle Anleitung zum Nähen einer solchen Maske:

Wir möchten darauf hinweisen, dass selbstgenähte Masken keinen Atemschutz darstellen und nicht als Atemschutzmaske deklariert werden dürfen. Dies ist eine geschützte Bezeichnung. Bei den selbst genähten Masken handelt es sich daher um sogenannte Behelfsmasken. Eine weitere Schritt-für-Schritt-Anleitung für Behelfsmasken finden Sie auf der Website der Berliner Krankenhausgesellschaft.

Beachten Sie bitte, dass es keine Belege dafür gibt, dass ein Mundschutz die Übertragung des Coronavirus verhindert. Achten Sie beim Nähen solcher Schutzmasken darauf, dass Sie lediglich kochfeste Stoffe benutzen, um die Maske wieder zu verwenden.

So tragen Sie einen selbstgenähten Mundschutz richtig und können ihn wiederverwenden:

So trägst du Masken richtig Grafik

Quelle: sketchnote-love.com, (Rechte: CC BY-NC-ND)

Mundschutz in der Apotheke kaufen

Einen effektiven und sicheren Atemschutz erhalten Sie in unserer Online Apotheke. Die medizinischen Masken sind zertifiziert und verfügen über mehrere Lagen eines speziellen Vlies. Daher können Sie sicher sein, dass dieser Mundschutz bis zu 98 Prozent aller Bakterien und Viren abhalten kann.

Porträt von Konstantin Primbas

APONEO Apotheke Konstantin Primbas e. K.

„Mit unserem APONEO-Ratgeber möchten wir unseren Kunden Hilfestellung, Orientierung und Antworten auf Ihre Gesundheitsfragen im Alltag geben und damit einer unserer Kernaufgaben - der Beratung – mit unserem Expertenteam gerecht werden.“

Als Gründer und Inhaber steht Apotheker Konstantin Primbas mit seinem Apothekerteam dem APONEO-Ratgeber hilfreich zur Seite. Von A wie Adipositas bis Z wie Zahnfleischentzündung umfasst der beliebte Ratgeber Wissenswertes zu verschiedensten Gesundheitsthemen. Alles aktuell, leicht verständlich und mit passenden Empfehlungen.

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