Apotheker: Mehr als nur Händler

• ab 2016: 7. Juni neuer „Tag der Apotheke" • Imageproblem: Händler statt Heilberuf • Medikationsplan: Apotheker doch noch gewürdigt

Berlin, 3. Juni 2016 – Konstanz statt Wechselspiel: Der Apotheker-Dachverband ABDA hatte in den vergangenen Jahren jeweils unterschiedliche Daten für den „Tag der Apotheke“ festgelegt. Mit dem 7. Juni ist ab 2016 ein fixes Datum gefunden. „Der Apotheker als Heilberuf wird in der Gesellschaft noch zu oft unterschätzt oder zumindest nicht ausreichend gewürdigt. Der Tag der Apotheke setzt hier an“, sagt Konstantin Primbas. Er ist Gründer und Inhaber der Versandapotheke Aponeo in Berlin. Ein Problemfeld: „Wir beobachten, dass unsere Arbeit immer weniger als Heilberuf und dafür immer mehr als bloße Händlertätigkeit wahrgenommen wird.“ Eine Sicht, die sich keineswegs auf Versandapotheken beschränkt, die als E-Commerce-Unternehmen meist ohnehin den Händlern zugerechnet werden. Vielmehr zeigt eine Befragung von öffentlichen Apotheken in Deutschland: 85 Prozent sind auch hier der Auffassung, dass sich das Händlerimage weiter verbreite. Mehr als 200 Apotheken hatten sich an der Umfrage beteiligt.

Ein Grund für das Imageproblem sei der Preiskampf der Apotheken untereinander bei den nicht verschreibungspflichtigen Produkten – und die damit verbundene preisaggressive Werbung. „Wir müssen unser Image wieder näher an die Realität bringen“, fordert Primbas. Egal ob stationäre oder Versandapotheke: Es gehe in jedem Fall um weit mehr als den reinen Verkauf. „Es geht darum, die Bevölkerung verantwortungsbewusst mit den erforderlichen Arzneimitteln und ergänzenden Produkten zu versorgen. Verantwortungsvoll heißt, den Kunden in seinem Sinne zu beraten und beispielsweise auch vor Neben- und Wechselwirkungen bei Medikamenten zu schützen.“

Primbas befürworte daher auch die jüngste Entwicklung beim so genannten Medikationsplan, der künftig alle Medikamente eines Patienten auflisten soll. Zunächst sollten die Apotheker hier ausgeschlossen bleiben. Nur für behandelnde Institutionen wie Krankenhäuser und Ärzte waren ursprünglich der Einblick und das Fortschreiben der Medikamenten-Historie vorgesehen. Doch Apotheker und auch politische Vertreter hatten interveniert: Krankenhäuser und Ärzte könnten gerade bei verschreibungsfreien Medikamenten per se nicht den Überblick haben. Im Ergebnis sollen nun künftig auch die Apotheker den Medikationsplan aktualisieren dürfen. „Egal, ob es sich um stationäre oder Versandapotheken handelt. Eine Versandgenehmigung wird ohnehin nur dann erteilt, wenn der Inhaber des Unternehmen ein studierter Apotheker ist und außerdem eine stationäre Apotheke betreibt.“


Nicht nur Versand: Online-Apotheken sind auch stationär zu finden - wie hier Aponeo in Berlin. (Foto: Aponeo)

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