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Immer mehr Deutsche bringen zu viele Pfunde auf die Waage, wie der „Ernährungsbericht 2008“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. festgestellt hat.
Die Hälfte der Frauen und 68 Prozent der Männer zwischen 18 und 80 Jahren sind in Deutschland übergewichtig: Sie haben einen Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 25. Von den Übergewichtigen sind 20 bzw. 21 Prozent sogar krankhaft übergewichtig. Adipositas heißt diese Erkrankung, die über das Normalmaß hinausgeht und von Wissenschaftlern und Medizinern ab einem BMI von 30 definiert ist.
Die Ursachen für Adipositas sind oftmals durch den Lebensstil bedingt: zu viel Essen oder eine falsche Ernährung, zu wenig Bewegung. Die Aussage des Ernährungsberichtes war eindeutig: die Deutschen essen zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig. So hat zum Beispiel der Verbrauch von Zucker um 400 Gramm pro Jahr zugenommen, vor allem in Form von Süßwaren wie Gummibärchen oder Schokolade.
Zu viel Gewicht birgt ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen. Dazu gehören beispielsweise Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck und oft schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einfluss auf das Entstehen solcher Folgeerkrankungen hat aber nicht nur der BMI, sondern auch die Fettverteilung im Körper. Wenn sich das Fettgewebe vorzugsweise in der Bauchregion sammelt und eine so genannte Apfelform erkennbar ist, besteht ein höheres Erkrankungsrisiko als bei birnenförmigen Körperkonturen. Einen ersten Hinweis für die Art der Fettverteilung im Körper liefert der Taillenumfang, gemessen auf Höhe des Bauchnabels. Ein erhöhtes Risiko ist bei Frauen bereits ab einem Taillenumfang über 80 Zentimetern gegeben, bei Männern beginnt die kritische Grenze bei 94 Zentimetern.
Hoher Body-Mass-Index, ungünstige Fettverteilung und ständig hungrig? Wenn das Essverhalten krankhaft ist, genügt der eiserne Wille alleine nicht mehr, um Pfunde purzeln zu lassen. Dann ist therapeutische Unterstützung notwendig.
Wenn der Wille allein nicht reicht
Das Ziel aller Therapieansätze ist in erster Linie die Gewichtsreduktion. In manchen Fällen ist jedoch eine, eventuell auch medikamentös begleitete, Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens alleine nicht ausreichend. Die letzten Hoffnungen ruhen dann häufig auf chirurgischen Eingriffen. Mit modernen Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel dem so genannten Magenband oder einem Magen-Bypass, lassen sich auch vor Jahren noch nicht therapierbare Patienten erfolgreich behandeln.
Wie jetzt in der Klinik Lindberg in Winterthur nachgewiesen werden konnte, hat ein Magen-Bypass nicht nur einen Einfluss auf das Hungergefühl, sondern auch auf den Hormonhaushalt. Die Folge ist ein vermindertes Hungergefühl und eine Änderung des persönlichen Geschmacks: Die Lust auf Schokolade und andere, für Übergewicht verantwortliche Nahrungsmittel sinkt – und damit auch das Risiko für die Gesundheit.
Gewichtige Gründe für eine Operation
Privatdozent Dr. med. Fritz Horber, Leiter des Adipositaszentrums an der Klinik Lindberg in Winterthur: „Für viele Patienten ist eine Magenband-Operation die letzte Rettung – sowohl in Bezug auf die körperliche Gesundheit, aber auch was die Lebensqualität angeht.“ Ein Behandlungserfolg, den das Schweizer Klinikum anhand von 4.000 Patientenbefragungen belegt hat. Auch konnte innerhalb von sieben Jahren die Sterblichkeit der operierten Patienten gegenüber nicht operierten um 60 Prozent gesenkt werden. „Relevant für eine spezialisierte Klinik ist aber auch die Kombination aus technischer Ausstattung und fachlichem Know-how“, so Dr. Horber weiter.
Zu schwer, zu leicht oder gerade richtig?
So berechnet man den Body-Mass-Index BMI
BMI = Gewicht (kg)
Körpergröße x Köpergröße (m)
Beispiel 1: Hannelore F., 52 Jahre alt, 165 cm groß, 78 Kilogramm
78
1,65*1,65 = 28,65 = Übergewicht
Beispiel 2: Peter K., 47 Jahre alt, 185 cm groß, 79 Kilogramm
79
1,85*1,85 = 23,08 = Übergewicht = Normalgewicht
< 18,50 Untergewicht
18,50 – 24,99 Normalgewicht
≥ 25 Übergewicht
≥ 30 Adipositas
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