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Botox kann Harndrang lindern

(28.01.2010) Botolinum Toxin A, bisher nur aus der Schönheitschirurgie bekannt, zeigt auch beim Einsatz gegen Blasenfunktionsstörungen gute Erfolge.

Botox kann Harndrang lindern

Eine neuartige Therapie mit Botolinum Toxin A kann Menschen mit Blasenfunktionsstörungen helfen. Der Wirkstoff  aus dem Bakterium Clostridium botulinum wird während einer Blasenspiegelung direkt in die Harnblase gespritzt. Symptome wie häufiger und unwillkürlicher Harndrang können circa neun Monate lang reduziert oder völlig unterbunden werden.

"Anders als in der Schönheitschirurgie gibt es in der Urologie eine klare medizinische Indikation. Der Wirkstoff schließt die therapeutische Lücke zwischen Medikamentengabe und Operation. Die Behandlung erfolgt unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung an urologischen Kliniken mit dem Schwerpunkt Inkontinenz oder in spezialisierten urologischen Praxen", sagt der Kieler Urologe Privatdozent Dr. Christoph Seif. Vor einer solchen Therapie, sollten aber nach Ansicht des Urologen alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

Wie Seif weiter ausführt, wird die Anwendung in der Urologie noch im so genannten Off-Label-Gebrauch durchgeführt. Das in Deutschland zugelassene Botox, so der umgangssprachliche Name, wird außerhalb der beantragten Anwendungsgebiete angewendet. Für die Patienten bedeutet dies, dass heute in den meisten Fällen die Krankenkassen die rund 1000 Euro teuren Behandlungskosten übernehmen. „Im Off-Label-Gebrauch besteht allerdings keine Pflicht zur Kostenübernahme. Die Zulassung in der Urologie wird in zwei Schritten erfolgen und für Ende 2010 oder in 2011 zunächst für die neurogene Blasenfunktionsstörungen erwartet", erklärt Privatdozent Dr. Arndt van Ophoven vom Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum.

Die Anwendung von Botox zeigt bislang bei Blasenfunktionsstörungen, wie Dranginkontinenz, überaktive Blase sowie neurogener Ursache gute Erfolge. Aber auch bei Querschnittslähmungen, Parkinson, Multipler Sklerose und chronisch schmerzhaften Blasenerkrankungen kann der Wirkstoff das Leiden lindern.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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